Banken-Stresstests: Nur Transparenz bringt Vertrauen

16.06.2010 | Berlin
Zur deutschen Weigerung, die Ergebnisse der aktuellen Banken-Stresstests in der EU offenzulegen, erklärt Dr. Gerhard Schick, Sprecher für Finanzpolitik:

Heimlichtuerei schadet, denn stabile Märkte brauchen Vertrauen. Und das entsteht nicht durch Verschweigen, sondern durch Transparenz. Die Unsicherheit darüber, was die Banken noch an Problemen auf ihrer Bilanz haben, führt dazu, dass manche Banken Schwierigkeiten haben, Geld geliehen zu bekommen. Deshalb müssen Bundesregierung und EU-Kommission den Vorstoß Spaniens für eine Offenlegung der Stresstest-Ergebnisse aufgreifen. Mit einer Änderung der entsprechenden Bestimmungen muss die Offenheit hergestellt werden, die die Finanzmärkte jetzt benötigen. Denn die Ergebnisse der Stresstests können zeigen, dass Banken stabil sind, oder sie erzwingen umgehend eine Problemlösung, um fehlende Stabilität einzelner Banken zu korrigieren. In den USA hat diese Transparenz nicht zur befürchteten Unruhe auf den Märkten geführt, sondern zu einer Beruhigung. Und die brauchen wir in Europa dringender denn je.

Der Grund für die deutsche Heimlichtuerei ist ganz einfach: Die krasse Unterkapitalisierung gerade deutscher Banken ist in der Tat ein Problem, das Anlass zur Sorge gibt - und damit zur Unruhe. Die Transparenz der Stresstests kann damit auch die notwendige Stärkung des Eigenkapitals vorantreiben. Womit den Banken selbst am meisten genutzt wäre. Statt Schwächen zu vertuschen, sollte die Bundesregierung diese Schwächen korrigieren.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

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