Zurück in die Zukunft?

03.09.2010 | München
Spielten die internationalen Kapitalmärkte während der Berichtssaison noch die Vergangenheit, also gute Umsatz- und Gewinnentwicklungen der Unternehmen, so dürfte frei nach dem Motto "Berichtssaison war gestern, Konjunktursorgen sind morgen" das Blickfeld der Marktteilnehmer nun eher verstärkt in Richtung realwirtschaftliche Daten umschwenken. Dort könnte es heißen: Zurück in die Zukunft?

Zurück in eine Zukunft, die von - wenn überhaupt - schwachem Wachstum geprägt sein könnte? Die US-Notenbank unterstrich im August ihre Wachstumsbedenken, die von einer weiterhin lockeren Geldpolitik begleitet sein dürften. Die Folge: Unter den Investoren geht das Szenario eines sogenannten "Double Dip" um - einer Rückkehr in die Rezession. Die Anleger an den Anleihemärkten stellen sich auf dieses Szenario bereits ein: Die Kurse steigen und die Renditen von deutschen Bundes- wie auch US-Anleihen fallen auf ständig neue Rekordtiefs.

Doch etwas spricht gegen ein solches Szenario: Die OECD-Frühindikatoren und US-Einkaufsmanagerindizes deuten zwar auf eine Abkühlung der Wirtschaft hin, sie liegen aber noch im expansiven Bereich. Zudem sollten Anlageinvestitionen die US-Konjunktur stützen und die Kreditnachfrage gewinnt in Europa und den USA an Fahrt.

Der Aktienmarkt hingegen hat seine Richtung noch nicht gefunden. Er wägt die nachlassende Wachstumsdynamik mit fundamentalen Gesichtspunkten ab. Zunehmende Übernahmeaktivitäten - vor allem im Rohstoffsektor - zeigen, dass die Unternehmen finanziell in guter Verfassung sind, und eine attraktive Bewertung - vor allem in Europa - gibt dem Markt die nötige Unterstützung. Ferner könnten sich Investoren schon rechtzeitig für 2011 positionieren. Mit Blick auf das Gewinnwachstum für 2011 erwarten die Analysten nach Schätzungen von I/B/E/S eine Steigerung von jeweils gut 15 Prozent gegenüber Vorjahr für die USA (S&P 500) und Europa (EURO STOXX 600).

Es sieht nach einem "Zurück in die Zukunft" aus: Unser Übergangsszenario - eine volatile Seitwärtsbewegung - könnte auch im September fortgeschrieben werden, begleitet von geringen Umsätzen und einer weiterhin hohen Volatilität. Das Sentiment scheint aktuell zudem übertrieben pessimistisch zu sein, so könnten Rücksetzer als Einstiegsgelegenheiten genutzt werden, denn die freie Liquidität sucht nach lohnender Rendite.

Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird

Quelle: Pressemeldung Allianz

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